Indische Deutschklausuren und Independence Day

Indische Deutschklausuren sind ganz ähnlich wie das gesamte Land. Sehr laut, viel bevölkert und anstrengend, gleichermaßen aber auch spannend, abwechslungsreich und unterhaltsam. Insgesamt 2600 Schüler wurden an zwei Tagen durch circa 50 Lehrer im Rahmen der Deutsch-Fit Prüfungen getestet. Die Vorbereitung auf die Prüfungen lief dabei morgens recht spontan ab. Obwohl eigentlich zertifizierte Prüfer für die Aufsicht vorgesehen waren, wurde Matthias und mir die Ehre zuteil, unmittelbar nach Ankunft mit anzupacken und insgesamt 120 Schüler beim Schreiben ihrer Klausur zu beaufsichtigen. Hilfreich erwies sich dabei insbesondere das Prüfungsbingo, welches ich jedem Prüfer dringend ans Herz legen möchte (am Vorabend der Prüfung gegen 3 Uhr verfasst).

 Doch mit dem schriftlichen Teil war die Prüfung noch lange nicht beendet. Nach einer kurzen Pause, die wir ganz in Christiano Ronaldo Selfiewahnmanier mit unseren kleinen und größeren Fans verbringen durften (unseren Schätzungen zufolge wurden wir am letzten Samstag und Sonntag circa 600mal per Frontkamera abgelichtet; mein Respekt an diejenigen, die tagein tagaus damit zurechtkommen) stand schließlich die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung an. Obwohl der Druck schwer auf den Schultern der jungen Lerner lag (zwischen 13 und 16 Jahre alt), konnten wir durch Österreich- und Deutschlandpräsentationen, Schussapparatspiel (ein wunderbarer Icebreaker, gleichermaßen auch Saufspiel - Anleitung auf Nachfrage), Reise nach Jerusalem und Obstsalat die Last der bevorstehende Aufgabe gut nehmen. Nach den zwei Tagen Arbeit am Wochenende - für die deutsche Kartoffel und den Ösi doch recht ermüdend - ging es am Sonntagabend dann noch zum Independence Day (vorfeiern) - mit der Deutschlehrerin Punita und ihrer gesamten Familie. Independence Day - dieses Jahr der 70-jährige - umfasst dabei gemeinsames Drachensteigenlassen, Süßigkeiten essen und Zusammensein mit der Familie. Zum Schluss der gemeinsamen Zeit bei Punita wurde ich dann schließlich noch als Bruder adoptiert - nach 26 Jahren habe ich jetzt endlich eine Schwester.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0