Tag zwei, drei und vier

Sonntag: Ein perfekter Tag am Strand. Zusammen mit zwei Jungs, die hier aufgewachsen sind und jetzt in Bombay arbeiten, habe ich den Tag verbracht. Es gab sogar Bier am Strand ;) Klar war natürlich, dass das Gesprächsthema Nummer 1 Fußball war. Einer der beiden war absoluter Podolski-Fan :D Abends konnte ich dann endlich mal etwas essen, was nicht so scharf war :)

Montag und Dienstag: Mein erster und zweiter Schultag. Wer hätte es gedacht… Aber das Motorradfahren musste ich auch über mich ergehen lassen. Der Fahrer vom Goethe-Institut hat mich netterweise zur Schule gebracht. Man kann von Glück reden, dass wir nur zu zweit auf dem Motorrad saßen. Ein Helm trägt höchstens der Fahrer. Zum Glück bin ich schon ein erfahrener Zweiradfahrer und wusste, wie ich mich am besten festhalten kann :D Übrigens habe ich im Goethe-Institut eine ziemlich coole Karte gefunden. Leider fehlt Stauder.

Meine ersten Schulerlebnisse

Stellt euch mal folgendes vor: Ihr seht etwas, was euch fasziniert, ihr könnt den Blick nicht abwenden und würdet es am liebsten die ganze Zeit anstarren. Das bin ich hier in Indien. In der Schule ging das also wieder von vorne los :D Mittlerweile wissen die meisten, dass ich aus Deutschland komme und für drei Monate an der Schule bleibe. Auf einmal wollen alle Kinder Deutsch lernen, jeder spricht mich an und würde am liebsten alles von mir wissen.
 
Die klassischen Fragen:

- Wie heißt du?

- Wo kommst du her?

- Wie heißt dein Papa?

- Wie heißt deine Mama? (Sorry Mama und Papa, euch kennt jetzt auch jeder in der Schule.) Ein kleiner Junge hat mich sogar schon zu sich nach Hause eingeladen.

 

Vier Köche und sechs Priester

Der Schulleiter und meine Deutschlehrerin, mit der ich zusammen unterrichten werde, sind traumhafte Menschen. Mir wurde ein Zimmer direkt an der Schule zur Verfügung gestellt. Hier wohne ich zusammen mit dem Schulleiter und noch ca. acht bis zehn anderen Männern. Alle sind Priester oder Köche in dem Haus. Wenn mir jemand am Anfang erzählt hätte, dass ich zusammen mit fünf bis sechs Priestern und vier Köchen wohnen werde, hätte ich mir das ganze sicherlich nochmal überlegt.

 

Gut, dass ich es nicht wusste. Ich liebe die Menschen hier jetzt schon. Sie wollen, dass ich mich 100% wohl fühle, sind ziemlich witzig und passen sehr gut auf mich auf. Hier bleibe ich gerne für drei Monate und freue mich schon, in der Schule zu arbeiten. Im Moment sind leider Prüfungen, nächste Woche Ferien, da Onam (später mehr) ist und danach geht es richtig los.

 

Viel Essen, aber keine warme Dusche...

Jeden Tag steht mir Frühstück, Mittagessen und Abendessen zur Verfügung. Es ist zwar ein bisschen scharf (natürlich), aber wer kriegt schon noch jeden Tag drei Mahlzeiten vor die Nase gestellt?! Heute wurde sogar extra Gemüse für mich gekocht, was nicht so scharf war :) Allerdings muss ich ziemlich viel hier essen. Hoffentlich komme ich nicht dick zurück :( Zwei Dinge vermisse ich jetzt schon: Die warme Dusche und mein gemütliches Bett.
 
Der Schulleiter hat heute Geburtstag. Was deswegen in der Schule los war, das habe ich noch nie erlebt. Der Schulleiter wurde gefeiert und beglückwünscht und zwar von allen Seiten.

 

Besonderheiten während Onam
Nächste Woche wird eins der größten Feste hier in Kerala gefeiert – Onam. Hierfür wird jeden Morgen ein mega aufwändiger Blumenschmuck auf den Schulhof gelegt. Den habe ich heute fleißig mitgestaltet. Freitag feiern wir das Fest und ich kaufe zusammen mit meiner Deutschlehrerin am Donnerstag eine Sari dafür. Da könnt ihr euch sicherlich auf ein top Foto freuen :D

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