Spiel, Spaß, Spannung in Jaipur

Bereits an meinen ersten Tagen in Indien lernte ich G.N. Saini (ja, einfach nur G.N.) kennen, der mir eine herzliche Einladung aussprach, ihn an seinem Sprachinstitut (GNS) und an seiner Schule in Jaipur, Rajasthan, besuchen zu kommen. Zum Glück hat G.N. in seinen Anstrengungen während der letzten Monate nicht nachgelassen und somit ist es schließlich nach zahlreichen misslungenen Versuchen endlich geglückt, ihn in seiner Heimat zu besuchen. Dankenswerterweise wurde nicht nur mir die Einladung ausgesprochen, sondern auch Lisa Pelkner (ebenso SCHULWÄRTS!-Praktikantin) und Eleonora Dutton (Praktikantin am Goethe-Institut in Delhi). Matthias - mittlerweile bereits ins Ösiland zurückgekehrt und dort schätzungsweise aufgrund seiner in Indien erworbenen Expertise (in allen Lebenslagen) bei der Präsidentschaftswahl oder auch im Chemielabor bei der Herstellung von funktionierendem Klebstoff benötigt - fehlte uns dreien dennoch schmerzlich. Fare thee well - auch die Kolleginnen am Goethe-Institut vermissen dich schmerzlich - Maharadscha!
Doch zurück zu Jaipur. Entgegen der Annahme, dass die Reise in die Hauptstadt des Landes der Tiger und Elefanten schnell erledigt sein sollte (268 km Wegstrecke sollten schnell zurückgelegt sein), hat die Reise dann nach indischen Zeit- und Zugstandards (die obligatorische dreiviertel Stunde Verspätung eingerechnet - fast wie in Deutschland) insgesamt fünfeinhalb Stunden gedauert und das obwohl wir mit dem Shatabdi Express unterwegs waren (dem ICE Indiens). Nach der dann insgesamt doch sehr ermüdenden Fahrt sind wir unmittelbar am Freitagabend in die Betten unseres wundervollen Guesthouses gefallen (das Sunder Palace in Jaipur ist ein guter und günstiger Touri-Tipp) und konnten die Matratzen genießen...So hatte ich am Samstagmorgen tatsächlich das erste Mal nach dem Aufstehen keine stärkeren Rückenschmerzen als am Tag zuvor - und das nach zweieinhalb Monaten. Sollte jemand über ein Welcome-Back Geschenk nachdenken: Massagen werden sehr gerne genommen.

Am nächsten Morgen sind wir dann in aller Frühe um 6:30 per Alarmton des Weckers aus den Betten gefallen und standen anschießend voll und ganz im Dienste der GNS Sprachschule in Jaipur. G.N. hatte ganz offensichtlich die Werbetrommel für uns ordentlich gerührt und eine große Zahl an Deutschlernern - circa 30 - motiviert, früh morgens auf uns zu warten. Unser Unterhaltungsprogramm umfasste dabei deutsche Kultur, Landeskunde und Musik. Insbesondere unsere Musikwahl fiel auf einen Klassiker der deutschen Musikgeschichte, nämlich Tim Toupet mit dem Fliegerlied (So ein schöner Tag). Nachdem wir den kleinen und großen Deutschschülern die verschiedenen Tanzfiguren (Flugzeug, Giraffe, etc.) und auch den Text beigebracht hatten, tanzten wir lautstark singend sowohl durch die Räumlichkeiten der GNS als auch durch den angrenzenden Park. In letzterem wurden weitere 50 Schaulustige Inder auf unsere bunte Gruppe aufmerksam, die begeistert und klatschend dem bunten Treiben folgten - Tim Toupet hat es sich aber auch einfach verdient, über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht zu werden.

Anschließend ging es für uns mit einem vollen touristischen Programm weiter - Jaipur und Amber wurden unsicher gemacht, wir waren Kamelreiten, machten eine Elefantentour und eroberten eine Vielzahl an Palästen, Forts und (Affen-)Tempeln in und um Jaipur.

Über Jaipur zur Info kurz und knapp (ja, mein Lehramtsstudium hat auf meine Schreibinhalte abgefärbt):

Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans und als die rosane Stadt bekannt. Ausschlaggebend für die Namensgebung war eine Neukolorierung der Häuserfassaden aufgrund des Besuchs von Kronprinz Albert Eduard, dem Prince of Wales, im Jahr 1876. Offensichtlich waren die Maharadschas Rajasthans, entgegen vieler anderer Regionen Indiens, durchaus von der britischen Kolonialherrschaft angetan. Bis 2011 residierte in Jaipur sogar noch ein echter Maharadscha (ich habe ihm dann mit meinem Turban mal versucht Konkurrenz zu machen). Die Region zeichnet sich insbesondere durch karge, wüstenreiche Landschaft und durch eine Vielzahl an Tonerzeugnissen und Stoffen aus, was vor allem die Hauptstadt Jaipur zu einem beliebten touristischen Reiseziel macht. Mit insgesamt über 3 Millionen Einwohnern ist Jaipur circa so groß wie Berlin. Gleich dazu sei aber gesagt: Im Alltag merkt man diese Größe keineswegs.

Den Höhepunkt unseres Aufenthalts bildete dann schließlich am Montagmorgen der Aufenthalt an der KV-2 Schule von Jaipur. Inmitten eines Militärgeländes gelegen, erlebten wir hier wie trotz aus europäischer Sicht widriger Umstände (geringes Budget, große Klassen, kaum technische Ausstattung) ganz phantastischer Unterricht mit motivierten und unglaublich liebenswürdigen Schülern durchgeführt wird. Die Photos sprechen hier - so denke ich - für sich selbst. Nach dem Besuch des Affentempels wurden wir schließlich von unserem Rickshaw Fahrer noch nach Hause eingeladen, haben seine Nichten und Neffen mit ein paar Goethe-Institut Buttons und kleinen Kuscheltieren beschenkt und Tee getrunken. Abermals danke ich Indien, dass es immer wieder so viele Facetten und Erlebnnisse für mich bereithält.

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