Die erste richtige Schulwoche

Jetzt bin ich schon quasi drei Wochen in Indien. Meine erste richtige Schulwoche neigte sich aber erst heute dem Ende zu.

Christ Nigar --> Der Inbegriff von „jemanden ins kalte Wasser schmeißen“.

Was kostet Wasser in Deutschland?
Mein erster Schultag sah folgendermaßen aus: Zunächst habe ich einen eigenen Platz im Lehrerzimmer bekommen. Da saß ich dann erst einmal für zwei Unterrichtsstunden und hatte nichts zu tun. Anschließend ging ich mit Lisia in den Deutschunterricht. Sie hatte nichts geplant, also habe ich mich einfach nur vorgestellt und jeweils in den zwei Klassen etwas über mich und Deutschland erzählt. Die Kinder hatten viele Fragen. Natürlich kamen wieder die üblichen Fragen: Bist du verheiratet? Wie heißt deine Mama? Wie heißt dein Papa? Aber es kamen auch Fragen wie zum Beispiel „Wie viel kostet eine Flasche Wasser in Deutschland?“

„Wenn es klingelt bist du fertig!“

Als ich zurück vom Deutschunterricht kam, packte mich eine Lehrerin und meinte „Come, come, Class 2T“. Cool, dachte ich mir. Die Lehrer nehmen mich alle direkt mit zu sich in den Unterricht und ich kann ein bisschen zuschauen. Naja – falsch gedacht. Die gute Frau hat mich zur Klasse gebracht und meinte nur „Wenn es klingelt bist du fertig.“ Circa 90 große, braune und erwartungsvolle Augen schauten mich an und ich musste mir spontan etwas aus dem Ärmel schütteln. Wohlbemerkt auf Englisch.

Herausforderungen im Schulalltag
Für die nächsten Tage hatte ich mich zumindest schon einmal ein bisschen auf den Deutschunterricht vorbereitet. Wo ich aber drucken und kopieren kann, habe ich erst heute herausgefunden. Jeden Tag werde ich für Lehrer eingesetzt, die krank sind, und übernehme viel vom Deutschunterricht. Es ist super schwierig in einer Klasse zu unterrichten, die aus 40 bis 50 Schülern besteht, man nichts über ihren Leistungsstand weiß und auf die man sich nicht vorbereiten kann. In den letzten Tagen habe ich mir ein bisschen Material zusammengestellt, was ich überall anwenden kann.

Gerade die erste Klasse hat mir eindeutig gezeigt, dass man sein Material bedacht aussuchen muss, damit sie einem nicht auf der Nase rumtanzen. Aber so langsam habe ich mich an die Situation hier gewöhnt. Es macht ziemlich viel Spaß, so eingespannt zu werden. Ich lerne viel dazu, was das Unterrichten anbelangt, und werde nach dem Praktikum ein Profi im „Spontanunterrichten“ sein.

Ein Einzelstück in Indien?!
Bestes Erlebnis: Ein Schüler aus der ersten Klasse kam zu mir nach vorne, als ich in die Klasse kam. Ich beugte mich zu ihm runter, da ich dachte, dass er mir was sagen wollte. Der Junge fasste meine Hände, meine Haut und meine Haare an. Er war absolut sprachlos und hatte glaub ich noch nie in seinem Leben einen Menschen mit roten Haaren und heller Haut gesehen.

Sonst ist nicht so viel Spektakuläres hier passiert. Ich habe viel Arbeit – bezogen auf das Goethe-Institut – erledigt, da wir gemeinsam in ein Camp fahren und ich ein DaF-Zertifikat ergattern möchte und ich habe mit Lisia zusammen einen Deutschlandtag für die Schule geplant.

Ein letztes Sefie noch. Sonst ist das ja alles viel zu textlastig hier.

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