Ende gut, Alles gut

Meine letzte Woche hatte es eindeutig in sich. Vor ein paar Stunden hat mich der Rikschafahrer vor meinem Zimmer abgesetzt und ich war endlich wieder zu Hause.

Bikini ist ein No Go
Aber meine Woche fing am Montag an. Zusammen mit Bino, Paul und Charls bin ich zum Varkala Beach gefahren. Gebadet wird in diesem Land in voller Montur. Natürlich ist das etwas merkwürdig am Anfang. Allerdings wäre es noch merkwürdiger, wenn ich im Bikini am Strand auftauchen würde. Für die Inder ist das Schwimmen im Meer eher ein Planschen und Spielen. Egal welches Alter, sie rennen ins Wasser hinein, lassen sich fallen, springen auf, rennen wieder raus und das kann stundenlang so gehen. Ich war völlig fertig nach dem Tag am Meer. Um mir keine Erkältung zuzuziehen, habe ich sogar dafür gesorgt, dass meine Haare nach dem Schwimmen schnell trocken werden, und die Klamotten fix gewechselt. Hat das so viel gebracht? Mehr dazu später…

Meine original indische Brille
Am Dienstag sollte die Reise zum Kodaikanal losgehen. Mal wieder typisch deutsch: Wenn eine Busreise um 8:00 Uhr los geht, rechnet ja wohl keiner damit, dass 20:00 Uhr gemeint ist…Also bin ich mal wieder viel zu früh aufgestanden. Aber das war auch nicht so schlimm. Dienstag wurde es Zeit für eine Veränderung der Sichtweise…Eine neue Brille musste her. Wer sich in Indien eine neue Brille kauft, ist eindeutig clever. Die Gläser bekommt man für umgerechnet 30 Euro und nach einer Stunde Bearbeitungszeit ist sie fertig. Check it out:

Indische Klassenfahrten: Erlebnis im Partybus
So um 8:00 p.m. ging dann auch mal die Reise mit 90 Schülern Richtung Kodaikanal los. Als der Bus losgefahren ist, bin ich wirklich aus ALLEN Wolken gefallen. So eine Busfahrt hätte ich mir auch gerne mal in meiner Schulzeit gewünscht. Die Musik wurde aufgedreht bis zum Anschlag, in dem Bus war ohne Ende Diskolicht und die Schüler haben getanzt und gefeiert vom aller Feinsten.

Für mich war die Busfahrt eher der Horror. Geplagt von Bauchkrämpfen konnte ich weder stehen, liegen noch sitzen. Als ich es irgendwann doch geschafft habe zu schlafen, hat es gefühlt immer noch 20 Stunden gedauert, bis wir endlich angekommen sind. Aber nein, nein, die Busfahrt hat doch nur 13 Stunden gedauert. Um 9:00 Uhr waren wir dann am Kodaikanal. Geschlafen wurde natürlich nicht mehr. Die Klassenfahrten der Inder sind wirklich nicht mit unseren zu vergleichen.

Gerade habe ich mich mit Father Kurian unterhalten. Er war für zwei Wochen in der Schweiz mit seinen Schülern.
Father: Ich war so müde. Jeden Tag wir sind nur gelaufen.
Ich: Wir sind nur Bus gefahren.

Die Inder kaufen wirklich nur das Allernötigste. Mit dem Partybus sind wir von A nach B gefahren. In Indien kommt alles immer anders als man denkt.

Was habe ich gesehen? Viele Tiere, die sich an jeglichem Essen erfreuen und immer fleißig am Suchen sind:

Schöne Landschaft, in der der Müll aber immer dabei ist:

Was habe ich gemacht? Viele Fotos:

By the way… Wie die Inder trinken, muss auch geübt sein. Mittlerweile bin ich Profi darin. Hier mein Starmodel:

Jetzt hat’s mich doch erwischt
Am Abend nahm dann das Unheil seinen Lauf. Mein Hals fing an zu kratzen. Johann und Serge, was hilft bei Halsschmerzen? Richtig, ein Tee (manchmal). Der Tee hat in diesem Fall leider nichts gebracht. Nach vier Stunden Schlaf bin ich mit einer Mordsgrippe aufgewacht. Der Grund dafür war, dass ich die erste Nacht im Bus am offenen Fenster geschlafen habe. Am Tag davor gebe ich noch alles, um keine Erkältung vom Baden zu kriegen und am Dienstag hat mich dann wohl der Fuchs in mir völlig verlassen. Die Quittung hatte ich bekommen und der Rest des Ausflugs war weniger spaßig für mich.

Den Donnerstag haben wir damit verbracht, zum östlichen Ende von Tamil Nadu zu fahren. Mit 2.000 Pausen sind wir abends angekommen und haben uns für zwei Stunden dort aufgehalten.

Eindeutig - mir war nicht mehr zum Lachen zumute
Und wie es kommen musste, während der Nachtfahrt zurück nach Trivandrum ging natürlich auch nichts ohne ein bisschen Feierei. Völlig geplättet habe ich es aber geschafft, fast die ganze Rückfahrt über zu schlafen. Angekommen in Trivandrum habe ich mich auf direktem Wege ins Bett begeben. Wie durch ein Wunder ging es mir danach auch schon wieder etwas besser. Ich war zwar nicht ganz die Alte, aber dem gefühlten Tod auch nicht mehr so nah.

„Anderes Land, andere Sitten.“
Ein paar Stunden später ging es für mich gleich ins nächste Camp. Das Resort ähnelte eher einem Paradies und hat mir geholfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen. Das Camp zusammen mit den Kindern des Goethe-Instituts war eine Menge Arbeit für mich. Seit Wochen habe ich Gruppenarbeiten, Präsentationen, Spiele, Lieder usw. vorbereitet.

Es war dennoch etwas chaotisch und in ein paar Momenten etwas frustrierend für mich. In Indien passieren viele Dinge, die nicht so sind, wie man es erwartet. Man muss sehr flexibel bleiben und sich immer wieder vor Augen halten: „Anderes Land, andere Sitten“. Ich glaube, dass jeder, der einen Auslandsaufenthalt macht, solche Situationen kennt. Ich musste während des Camps immer mal wieder daran denken, dass alle Erfahrungen, die ich mache, mich weiterbringen – egal, ob es positive oder negative Erfahrungen sind. Wenn eine Situation einmal nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, dann kann das passieren. Wichtig ist es, das Gute aus der Situation mitzunehmen und weiterzumachen.

Die Kinder des Camps hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß und haben sich alle wohl gefühlt, auch meine Grippe wurde langsam besser. Die Stimme konnte ich aber nicht mehr retten. 72 Kinder und eine Erkältung lässt meine Stimme nicht zu. Aber die Stimme kam ja bis jetzt toi toi toi immer wieder zurück.

Bei der Morgengymnastik habe ich mich mal besser hinter die Kamera gestellt.

Meine herausragenden Qualitäten habe ich dann lieber bei einer anderen Sportart unter Beweis gestellt…

Aktiv waren wir alle!

Den heutigen Nachmittag habe ich zusammen mit Karoline aus dem Goethe-Institut am Strand verbracht. Shoppen, Kaffee trinken und quatschen. Girlstime!

Und da sind wir auch schon wieder am Anfang. Vor ein paar Stunden hat mich der Rikschafahrer vor meinem Zimmer abgesetzt und ich war endlich wieder zu Hause.

Ende gut, alles gut! :-)

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