"Ohne Geschichte können wir nicht weiter gehen."

Am Wochenende vom 14.Oktober bis 16.Oktober fand in Kiew ein äußerst spannendes Seminar im Zuge eines Jugendaustauschs zwischen Deutschland, Ungarn und der Ukraine statt. Es bestand im Vorfeld die Möglichkeit sich für das Programm zu bewerben, indem die Jugendlichen in deutscher Sprache einen Aufsatz über die besondere Geschichte ihrer Familie schrieben. Und nun sitzen sie hier. Sieben junge Mädchen, die im November die Gedenkstätte Bergen-Belsen besuchen werden. Sieben junge Mädchen, die es kaum erwarten können, nach Deutschland zu fahren und sich dort mit Jugendlichen aus Deutschland und Ungarn auszutauschen.

 

Schon in Kiew lernen sie viel über den geschichtsträchtigen Ort Bergen-Belsen. Rebekka und Benjamin, die beiden Leiter des Seminars, die die Jugendlichen auch in Bergen-Belsen begleiten werden, zeigen ein großes Engagement und vermitteln in verständlicher deutscher Sprache das, was eigentlich nicht zu verstehen ist. Sie zeigen mit viel Einfühlungsvermögen Aspekte des Geschehens auf und sensibilisieren die Jugendlichen für das kommende Treffen. Dabei hat die Gruppe immer wieder die Möglichkeit nachzufragen oder das Seminar durch eigene Beiträge zu bereichern. Es werden Plakate gestaltet, Bilder analysiert und Murmelgruppen, die den Austausch über die Familienschicksale erleichtern, gebildet. Doch nicht nur das: die Jugendlichen bekommen zudem das nötige 'Werkzeug' mit an die Hand, welches sie nutzen können, um mit ihren Familienmitgliedern Interviews zu führen, denn die Geschichte der Familie steht im Fokus des Projekts.

 

Ein Projekt, das begeistert. Doch nicht nur Rebekka und Benjamin überzeugen durch ihr didaktisches Geschick. Insbesondere die Jugendlichen, die ihr Wissen über den zweiten Weltkrieg vertiefen, die verstehen, worin der Unterschied zwischen Sinti und Roma besteht, Geschichten wie jene von Yvonne Koch und ihren Handschuhen kennen lernen oder über Grausamkeiten wie Vergasung, Massenerschießung und so viel mehr informiert werden, beeindrucken durch ihre sprachlichen Fähigkeiten.

 

Deutsch ist für sie zwar eine Fremd-, aber sicher keine fremde Sprache. Eine Sprache, in der sie fähig sind sich über Geschichte, Politik und Moral auszutauschen. Und nicht zuletzt eine Sprache, die den kulturellen Austausch zwischen den Jugendlichen ermöglicht. 

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