Einmal Sommer im November, bitte!

Während der vergangenen zwei Wochen hatten wir hier auf Terceira den „Sankt-Martin-Sommer“ mit viel Sonne und unfassbaren 20 Grad – und das im November! Während in Deutschland schon der erste Schnee liegt (auf den ich mich natürlich auch schon ein bisschen freue) habe ich das Wetter hier genutzt, um neben der Schule viele Ausflüge zu machen. Einer davon hat mich zur abenteuerlichsten Wanderroute auf Terceira geführt: einmal durch die Mistérios Negros (etwa „Dunkle Geheimnisse“).

 

Mistérios Negros, so nennen die Azoreaner die schwarzen Hügel, die man hier auf Terceira eigentlich überall und auf diesem Wanderweg ganz besonders findet. Entstanden sind sie durch heiße vulkanische Gase, die die Erde aufgewölbt haben. Auch heute sind sie aufgrund der Wärme, die sie immer noch ausstrahlen, nicht vollständig bewachsen ich kam mir an manchen Stellen vor wie in einer kargen Mondlandschaft – wenn der Ausblick rundherum dann nicht wieder auf satte grüne Wiesen und ab und an aufs Meer fallen würde.

 

Wir waren eine super deutsch-portugiesische Wandertruppe: ein deutsches Auswandererehepaar, eine deutsch-azoreanische Familie (Simone, die hier seit 14 Jahren lebt, ihr Mann, ein Azoreaner, und ihr Sohn Rúben, der zweisprachig aufgewachsen ist und auch im Deutschunterricht bei mir an der Schule mit dabei ist) sowie einige ihrer azoreanischen Freunde. Auf der Hälfte des Weges haben wir – typisch für die Azoren! – noch ein paar weitere Bekannte von der Insel getroffen und den restlichen Weg zusammen gemeistert.

 

Der Wanderweg führt zwar nur 5 Kilometer durch die Vulkanlandschaft von Terceira, aber wie ihr an den Fotos sehen könnt, wird es einem nicht gerade leicht gemacht 😉 Einen gut angelegten Weg gibt es eigentlich nicht und man hangelt sich teilweise über und unter riesigen Baumwurzeln und an scharfkantigem Vulkangestein entlang. Aber das ist es sowas von wert: Auf jedem Meter kann man hier die wilde Schönheit Terceiras entdecken, und ich habe mich wirklich wie in die Zeit vor Beton und Asphalt zurückgeworfen gefühlt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0