Warum ich Deutschlehrer und kein Informatiker werde

Hinter mir liegen zwei spannende Wochenenden in Seoul. Letzte Woche fand das PASCH-Fest statt. Morgens haben einige Schüler an einem Workshop zum Thema „Film ab“ teilgenommen, wo sie einen Werbespot zu einer deutschen Süßigkeit gedreht haben. Nachmittags wurde ein bisschen festliche Stimmung verbreitet und gefeiert. 

Dieses Wochenende war das Jugendcamp „Vernetzte Welten“ und es ging um digitalen bzw. virtuellen Schüleraustausch. Dazu sind 15 Jugendliche aus Deutschland von „Jugend hackt“ (Veranstaltungen, in denen Jugendliche mit Hilfe von Mentoren eigene Programme, Apps, etc. programmieren) nach Korea gekommen und haben mit koreanischen Jugendlichen zusammen programmiert.

Programmieren ist ja genau mein Ding, dachte ich, als wir am Donnerstag nach Seoul gefahren sind. Und dass das schon seinen Sinn hat, dass ich nicht Informatik oder so etwas in die Richtung studiere, hat sich an diesem Wochenende auch wieder gezeigt. Denn ich wurde kurzerhand auch zum Mentor ernannt und war plötzlich für die Betreuung einer Gruppe zuständig. Zum Glück nicht ohne einen echten Informatiker. Das Ergebnis war eine Website, die die Mädchen meiner Schule selber erstellt haben und einige Programmierkenntnisse meinerseits, sodass ich eine Website „bauen“ (Fachjargon ;-)) könnte, auch wenn die nicht besonders schön aussehen würde. Also mein Fazit: Das war schon interessant, aber das mache ich niiiiieeeee wieder. Ich bin einfach viel zu ungeduldig zum lange Rumsitzen und ausprobieren, wie etwas funktionieren könnte, nur um es dann auszuprobieren und festzustellen, dass es leider doch nicht funktioniert hat.

Beim Abschied habe ich eine kleine Weihnachtssüßigkeit aus Deutschland bekommen und freue mich jetzt schon wie ein Schneekönig, dass ich eine Art Adventskalender habe und mir wenigstens alle paar Tage eine Weihnachtsfreude gönnen kann.

 

 

Kimchi (Kohl in eine rote und manchmal sehr scharfe Sauce eingelegt) ist ein traditionelles Essen in Korea, das es zu jeder Mahlzeit gibt. Und ich esse es auch immer fleißig, weil ich denke, es muss doch irgendwann besser schmecken. Es ist ja nicht ganz furchtbar, aber es wird auch einfach nicht besser. Mal schauen, wie lange ich das noch durchhalte oder ob ich einfach irgendwann aufgebe.

Am Donnerstag habe ich frei, weil Abitur ist. Das ist ein ganz besonderer Tag in Korea. Alle fangen eine Stunde später an zu arbeiten, damit die Straßen frei sind und wenn ein Schüler trotzdem in Zeitdruck gerät, wird er von der Polizei mit Blaulicht zur Schule gefahren. Außerdem fliegen an dem Tag keine Flugzeuge über Korea. Ich muss mir noch überlegen, ob ich mir das Theater anschauen soll oder lieber ausschlafe.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0