Erste Eindrücke… von Land und Leuten

Leiria, die Stadt in der ich ein Praktikum mache, ist eine Kleinstadt mit ca. 15000 Einwohnern, zentral im Westen von Portugal gelegen. Leiria ist nur ungefähr 20km von der Küste entfernt, sodass es sich auch jetzt im September nachts schon ziemlich abkühlen kann (bis zu 10°C), während tagsüber noch 23°C bis 28°C erreicht werden. Die Sonne scheint momentan täglich – und macht mich damit ziemlich glücklich. Doch auch die Stadt umgibt mich mit ihrem Charme. Da sind die engen Gassen im alten jüdischen Viertel, der große Platz mit vielen Cafés, in denen sich die Portugiesen treffen, viel Kunst an Häuserwänden sowie das Wahrzeichen der Stadt: die Burg (oder wie man hier sagt: castelo), die hoch oben auf einem Hügel über Leiria zu wachen scheint. Die ganze Szenerie ist malerisch. 

Praça Fracisco Rodrigues Lobo (mit Vespatreffen) im Zentrum Leirias und der Burg im Hintergrund.
Praça Fracisco Rodrigues Lobo (mit Vespatreffen) im Zentrum Leirias und der Burg im Hintergrund.

Außen herum ist Leiria umgeben von Straßen und zwei Autobahnen, die teilweise einer Betonwüste gleichen. Schade eigentlich, denn die Hügellandschaft Portugals wäre ohne so viel Verkehr noch viel schöner. Aber wo ist das nicht so...

 

Trockenheit 

Wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß, dass in den letzten Monaten immer wieder Brände in Portugals Wäldern loderten. Sehr wenig Regen und die großen Waldflächen mit Eukalyptus und Pinien machen dem Feuer leider ein leichtes Spiel. Manchmal, wenn ich morgens aus der Tür trete, kann ich sogar den leichten Geruch von Rauch in meiner Nase spüren. Die Waldbrände sind also immer noch nicht vorüber, da der Regen ausbleibt. Auch die Quellen, wo normalerweise Trinkwasser abgefüllt werden kann, tröpfeln nur. Dementsprechend kaufe ich momentan Wasser in großen Kanistern, weil das Leitungswasser wegen des hohen Chlorgehalts nicht ganz schmackhaft ist.

 

Die Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte 

Ich gebe zu, ich habe bisher hauptsächlich Lehrerinnen und Lehrer an meiner Schule kennengelernt – und dort aufgrund der Sprachbarriere auch nur in einem kleinen Rahmen. Jedoch muss ich sagen, dass mir bisher eine unglaubliche Herzlichkeit entgegengebracht wurde. Meine betreuende Lehrkraft Lisete und ihre Familie haben mich wie eine Tochter aufgenommen. Sie und ihr Mann sind beide in Deutschland aufgewachsen, leben nun aber seit vielen Jahren in Portugal. Ihre beiden Söhne geben sich viel Mühe mit der deutschen Sprache und machen mir so das Portugiesisch Lernen schwer ;-)

Jedoch kümmert sich darum ein Geschichtslehrer der Schule. Mit Händen, Füßen, Brocken auf Portugiesisch, Englisch, Deutsch und Französisch erzählt er mir von der Geschichte Leirias, den Wahlen in Deutschland und dass ich dringend die Landessprache lernen muss. Dafür hat er mir sogar ein Geschenk gemacht: Ein Portugiesisch-Arbeitsbuch für Anfänger. Sprachlos und unglaublich dankbar sitze ich nun also immer fleißig in meinem portugiesischen Zuhause und übe :-).

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