Mein China Abenteuer

Aufbruch

Mein Abenteuer startet als ich gerade die Tür aufmache und kaputt in das Haus meiner Eltern stapfe. Es ist etwa 5 Uhr am frühen Morgen und ich bin gerade vom Lago Maggiore zurück. Dort hatte ich mit meiner nun Exfreundin eine entspannte Woche verbracht. Ich legte mich schlafen und am nächsten morgen wurde ich von einem Telefon geweckt. Es war Flora Rinke, die coolste Mitarbeiterin des Goethe Instituts. Sie erzählte mir das ich ein Stipendium für China erhalten hätte und das ich zu einem Ausreiseseminar nach München eingeladen werden würde. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, denn schließlich war ein Auslandssemster mein absoluter Herzenswunsch. Ohne das Goethe Institut säße ich wahrscheinlich immer noch daheim und wüsste nicht wie die Welt da draußen aussieht. Also ging es zum Ausreiseseminar. Dort traf ich zu meinem Erstaunen einen riesen Haufen total engagierter und sympathischer Leute. Mit manchen konnte ich mich sogar bereits in China treffen und so einige wilde Tage, Abende und Nächte erleben. Ihr könnt also gespannt sein was die nächsten Zeilen so alles preisgeben.

Ankunft in Wuhan

Am Morgen gegen vier Uhr stand ich auf. Der FlixBus wartet nämlich nicht auf „Zuspätkommer“. Also schnell die Jogginghose an, den Pulli drüber und die Koffer eingeladen. Der Abschied von meiner Familie viel teils schwer. Meine Mutter hatte mit den Tränen zu kämpfen, während mein Vater mich schon jetzt fragte ob es nicht Verlängerungsoptionen gäbe. Für mich war die Verabschiedung hingegen sehr schnell und einfach abgewickelt. Einzig die Verabschiedung von meiner neuen Freundin „Hannah“ fiel mir schwer. Als ich mit dem Flixbus in Frankfurt angekommen war hatte ich bereits Bekanntschaft mit einer Deutschen Entwicklungshelferin gemacht, die in Indien lebt und nur ein halbes Jahr in Deutschland gearbeitet hatte um ihre finanziellen Reserven wieder auf die Beine zu stellen. Gemeinsam durchquerten wir den Terminaldschungel und erreichten unser Gate zum Boarding. Hier musste ich leider „Au Revoir“ sagen, aber man beteuerte beidseitig bestimmt irgendwann in Indien aufeinander zu treffen. Kleines Land und wenig Leute halt. Aber alleine war ich danach auch wieder nicht. Schnell hatte ich mich mit einem deutschen Touristenpaar angefreundet, die für zwei Wochen Urlaub nach China reisten. Gemeinsam aßen wir zu Mittag und stellten uns auf den 11 Stündigen Flug ein. Doch dann geschah etwas Ungeheuerliches. Die Frau sprang auf, schrie und drehte sich dreimal im Kreis. Ich wusste nicht was zu tun war, aber anscheinend hatte sie etwas im Hals stecken oder eine plötzliche Herzattacke. Wer mich kennt weiß, wie mein Gesichtsausdruck gewesen sein muss. Ich ließ meine Pommes fallen und überlegte den Heimlich Griff anzuwenden, doch dann flutschte bereits das Stück Rindfleisch aus ihrer Speiseröhre heraus und flog über meinen Kopf hinweg. War das ein gutes Omen für die Reise? Ich wusste es nicht. Mit etwas Verzögerung startete der Flug nach Shanghai. Leider Gottes war es sehr laut im Flugzeug und andauernd wurde geschmatzt. Ich hatte mich auf diese Reise eingelassen, es gab nun kein Zurück mehr. Nach der Ankunft am ersten Zwischenstopp in Shanghai war ich schon ziemlich ausgelaugt. Ich musste 5 Stunden warten bis der Anschlussflug nach Wuhan startete. Also legte ich mich in einen Massagesessel und ließ mich für 30 RMB so richtig verwöhnen. Die Chinesen schauten mich zwar etwas argwöhnisch an, aber ich ließ mich nicht beirren und entspannte. Als ich in Wuhan eintraf wartete am Ausgang bereits mein Teacher of Interest Mrs. Joe. Sie war in Begleitung eines Chauffeurs, der uns durch ganz Wuhan fuhr und uns dann im Stadtteil Wuchan absetzte. Dort lag die Schule, das Hubei Light Industry Technology Institute, mit deutscher Vergangenheit. Mitbegründer der Schule und des dort gelehrten Brauwesens war nämlich die Hanns Seidel Stiftung aus Bayern. Sowieso kam es mir vor als würde deutsche Kultur im Ausland nur auf die bayrischen Eigenheiten mit 0,5 Litern Pils, Weißwurst mit süßem Senf und dem zünftigen Oktoberfest reduziert. Die Chinesen hatten noch nie was vom Herzen Deutschlands gehört, dem Ruhrpott und seiner Currywurst mit Pommes. Ja auch Currywurst mit Pommes ist für mich deutsches Kulturgut. Ich hatte also eine Aufgabe zu erfüllen.

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