Was in Hangzhou passiert, bleibt auch in Hangzhou

Nach den ersten Tagen des Abenteuers kann man nicht gerade behaupten mir sei langweilig gewesen. Dennoch wollte ich am Wochenende etwas unternehmen und beschloss daher, nach Hangzhou zu fahren. Hangzhou ist eine wunderschöne Stadt mit einem großen Westsee. Früher war Hangzhou eine berühmte Kaiserstadt. Lange Zeit Umschlagsplatz für Kaufleute, Händler und chinesische Prominenz. Von Wuhan nach Hangzhou sind es etwa 5 Stunden mit dem Schnellzug. Also buchte ich mir ein Ticket und saß schon bald zwischen den Familienlunchboxen der chinesischen Großfamilien auf dem Weg in eine Stadt mit großer chinesischer Tradition. Als ich ankam hatte ich aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse natürlich das Problem mein Hotel zu finden. Also irrte ich circa zwei Stunden durch einen Großstadtdschungel und kam dann aber doch endlich an besagtem Wunschort an. Aber zu früh gefreut! Der Rezeptionist sah in seinen Computer, schaute mich an und sagte: „ It is booked, but no foreigners can sleep here. Sorry.“ Also machte ich mich auf den Weg und lief 5 weitere Hotels an, aber niemand wollte einem foreigner Aufenthalt gewähren – wegen Sicherheitsbedenken. Als die Dämmerung hereinzog wollte und konnte ich mich nicht mehr versetzen lassen. Ich blieb so hartnäckig und aufdringlich, bis mir eine Chinesin ein Taxi bestellte und mich zu einem sicheren Hotel brachte. Von meinem Fenster hatte ich einen super Blick über Hangzhou, vor allem auf die Polizeistation. Wenn ich heute darüber nachdenke muss ich lachen, aber, wenn man alleine in einer Großstadt steht und keiner versteht Englisch, Französisch oder Deutsch, dann kann man wirklich fast nur weinen. Aber wie es so schön heißt „ What does not kill you, makes you stronger“. Zur Belohnung habe ich dann aber eine abendliche Schiffsfahrt auf dem Westlake gemacht und damit wurde alles wieder gut gemacht. Vor allem als wir wieder anlegten, die Fledermäuse über meinem Kopf hinwegsausten, alte Damen am Straßenrand zu einer gängigen chinesischen Melodie tanzten und der Mond sich auf der Wasseroberfläche spiegelte, waren die Anstrengungen vollends vergessen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0