Zu Besuch im indischen Klassenzimmer

In der Schule…

In Indien läuft die Schule etwas anders ab, als in Deutschland oder in China. Es ist durchaus üblich, dass die Schule 6 Tage in der Woche stattfindet. In der DPS Noida ist dies jedoch nicht so. Leider war ich zu einem etwas ungünstigen Zeitpunkt an der Schule. Als ich ankam bereitete man die Schüler auf die großen Semesterprüfungen vor und dann folgte der Klassenarbeitszeitraum über 2,5 Wochen hinweg, wo auch kein Unterricht stattfand. Die DPS Noida ist eine riesige Schule. Das Dorf aus dem ich komme hat knapp 3500 Einwohner, die DPS hat 4700 Schüler! Ich bin nun schon einige Wochen hier, aber das Schulgebäude ist so riesig, dass ich die Hoffnung aufgegeben  habe mich hier irgendwann mal zurecht zu finden (bin leider auch nur noch eine Woche hier). Das Schulhaus ist wunderschön dekoriert. Indische Schüler sind wahnsinnig kreativ und leben dies gerne aus. Überall entdeckt man, sowohl in den Gängen als auch in Klassenzimmern, Bilder, Motivationssprüche und liebevoll gestaltete Stundenpläne. Das ist wie eine Kunstgalerie mitten im Schulhaus. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt, wenn ich neue Ecken im Schulhaus entdecke.

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Ein typischer Tag im Mädcheninternat

Der Vormittag:

6:00 Uhr: 60er Jahre Klingel lässt mich senkrecht im Bett stehen, aber ich bin gleichzeitig froh, noch weitere 1,5 Stunden im Bett verweilen zu dürfen.

 

7:30 Uhr: nach dem Xten-Weckruf durch die alte Klingel stehe ich auf und mache mich schulfertig.

 

7:45 Uhr: Frühstück (die beste Mahlzeit am Tag, es gibt meistens herrlich ungesunden westlichen Weißtoast)

 

8:05 Uhr: Aufbruch zur Schule.

 

8:10 Uhr: Mit dem richtigen Filterkaffe aus der Kantine kann der Tag beginnen.

 

8:15 Uhr: Klassenlehrerstunde. Ich begleite meine Mentorin Manpred in ihre 8. Klasse. Durch die Lautsprecher werden Entspannungsübungen (OOOMMMMM ….) durchgegeben und Motivationssprüche für den kommenden Tag. 

 

8:50-10:30 Uhr: Unterricht, ich bin in den Klassen dabei und unterstütze Manpred.

 

10:30 Uhr: Pause. Alle stürmen zu einer der Kantinen und essen ungesunde Pausensnacks wie Fertigsuppe, fettige Frühlingsrollen oder belegte Sandwiches.

 

14:00 Uhr: Schulende. Ich begebe mich zurück ins Internat und esse zusammen mit den Mädchen zu Mittag

 

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Teacher‘s Day

In der Schule …
Am 5.09 wurde hier landesweit der sogenannte Teacher‘s Day gefeiert. Ohne genau zu wissen, was es damit auf sich hatte, ließ ich mich einfach mal darauf ein und war hinterher mehr als begeistert und zugleich traurig, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt. Bereits bevor ich mir meinen allmorgendlichen guten alten Filterkaffee gönnen konnte, wurde ich von vielen entgegenkommenden Schülern mit „Happy Teacher‘s Day Lisa Ma‘am!“ begrüßt. Die gute Laune aller (sowohl Lehrer als auch Schüler) war an diesem Tag bedeutender ausgeprägt als gewöhnlich. Als ich mit meiner Mentorin Manpred in die ersten Klassen ging (nicht zum unterrichten!), wurden wir stürmisch empfangen. Manpreds Rednerpult war geschmückt worden und im Klassenzimmer hingen bunte Girlanden. Am Teacher‘s Day wurden auch alle Lehrer von ihren Schülern beschenkt. Was man in Deutschland als Bestechungsversuch ansehen würde war hier völlig normal. Was mich ganz besonders freute war, dass ich obwohl ich noch nicht lange da war, auch einige Geschenke wie z.B. Rotstifte, Kullis, Post-its, Süßigkeiten, Kuchen, Nudelsalat usw. bekam. Im Anschluss wurde extra für die Lehrer eine Zeremonie auf die Beine gestellt, in der die Schüler der älteren Klassen tanzten und sangen und Reden auf ihre Lehrer hielten.

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Mein Weg zur Metro: ein Abenteuer

Warum ich zu Fuß gehe …

Meine Schule liegt nicht weit entfernt von der nahegelegenen Metrostation Sector 18. Zu Fuß sind es ca. 10 Minuten mit der Rikscha ungefähr 3 Minuten. Da ich den ganzen Tag in der Schule sitze und die indischen Rikschafahrer  immer versuchen mich über den Tisch zu ziehen und ich die ewigen Diskussionen, ich möchte nicht über das doppelte des Preises zahlen als Einheimische leid bin, habe ich mich in letzter Zeit des Öfteren entschieden zu Fuß zu gehen. Das ist ein Spaß kann ich euch sagen!! Da erlebt man Indien wie es leibt und lebt.

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Sight-Seeing Tour durch Delhi

Auf geht’s ab geht’s
Nun war ich schon seit einer Woche in Noida (Stadtteil von Neu Delhi) und hatte mich bisher nur auf dem Schulcampus aufgehalten. Am Wochenende wollte ich die Stadt erkunden. Über Freunde wurde ich an Siddarth vermittelt, der in Ulm studiert und gerade auf Heimaturlaub in Delhi war. Gemeinsam stiefelten wir los, um Delhi unsicher zu machen. Zunächst begaben wir uns in die Innenstadt, um dort einen Hindu Tempel anzuschauen. Dieser war sehr beeindruckend. Wir bekamen einen orangenen Punkt auf die Stirn und setzten unsere Tour fort. Die nächste Station war ein Sikh-Tempel. Dieser fiel schon durch sein beeindruckendes Äußeres auf. Auch von innen schillerte es in Gold und Silber. Besonders schön fand ich hier, dass dies ein Ort war, an dem man nicht nur betet, sondern sich auch sonst aufhalten kann. Es wurde im Tempel musiziert und die Stimmung war für mich etwas weniger hektisch als im Hindutempel, da sich hier alles etwas mehr verlief. Auch bekam man - wenn man wollte - in diesem Tempel kostenlos etwas zu essen, was ich in Anbetracht der Tatsache, dass es in Indien sehr viele sehr arme Menschen gibt, für eine wirklich tolle Sache halte. Weiter ging unsere Tour in ein für mich eher weniger interessantes Bauwerk - da von zu Hause sehr bekannt - eine Kirche.

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Schmutzige Unterhosen – Ein Weg, Kontakte zu knüpfen!!

Vom Wäsche waschen in Indien
Nun war ich bereits zwei Wochen in Hisar und langsam aber sicher war es für mich an der Zeit, mich um die undankbare Aufgabe des Wäsche Waschens zu machen. In China war ich bereits geschockt, dass die Waschmaschinen lediglich mit kaltem Wasser wuschen, in Indien wäscht man per Handwäsche und einem Eimer! Nachdem ich meine Wäsche fertig hatte, hing ich diese auf meinem Balkon im ersten Stock auf. Da es etwas windig war an diesem Tag erhoffte ich mir ein schnelles Trocknen meiner Wäsche. Zwei Stunden später schaute ich nach meiner Wäsche und wurde nicht enttäuscht - sie war trocken. Lediglich meine Unterwäsche war nicht mehr da. Sehr seltsam! Nach einiger Zeit entdeckte ich sie. Sie war zu den Nachbarn auf die Terrasse geflogen in eine dreckige Pfütze. Ich mobilisierte meine Gastschwester und gemeinsam und mit hochrotem Kopf gingen wir zu den Nachbarn, um meine Unterwäsche wiederzubekommen.

 

Von Tee bis Walzer
Da die Inder oder zumindest die, die ich bisweilen kennengelernt habe, etwas verklemmter sind, als so mancher Europäer was solche Sachen angeht, war ich froh, dass ich meine Unterhosen ohne Probleme wiederbekam. Gerade auf dem Weg zur Haustür wurde mir ein Tee angeboten. Da ich immer für eine Tasse Tee zu haben bin, schlug ich dies nicht aus. Da saß ich nun, auf einer fremden Couch, mit meinen Unterhosen und trank Tee. Die Vorstellung fand ich recht lustig. Gleich gesellten sich die beiden Söhne der Hausherrin dazu und wir kamen ins Gespräch. Der ältere Sohn wollte am darauffolgenden Tag ein Tanzstudio um die Ecke eröffnen und lud mich herzlich dazu ein. Dies nahm ich als Anlass, um ihm den traditionellen Walzer beizubringen. Im Gegenzug zeigte er mir ein paar Tanzschritte eines Bollywoodtanzes, worin ich jedoch kläglich versagte. Dennoch war es ein sehr sehr netter Nachmittag, der ursprünglich nie so geplant gewesen wäre, wie er es sich tatsächlich abspielte…

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Von indischen Pferden und heißen Pinguinen

Mein Ankommen
Durch einen Aufruf von Clara Schaksmeier, machte ich mich kurzerhand auf den Weg nach Indien bzw. in die Kleinstadt Hisar im Bundesland Haryanna.
Mitten in der Nacht erreichte ich Neu Delhi und nach einigen Koordinationsschwierigkeiten meinen Fahrer zu finden und einer Handyrechnung von fast 30 Euro, fand ich endlich meinen Fahrer und wir machten uns auf den Weg nach Hisar. Dort wurde ich freundlich von meiner Gastfamilie, dem Rektor und seiner Frau empfangen. Nach drei Stunden Schlaf, war für mich die Nacht vorbei. Ich wusste gar nicht wie mir geschieht schon ging es in die GD Goenka Schule Hisar. Dort wurde ich mit sage und schreibe sieben wunderbar duftenden Rosenketten behängt, einen roten Punkt bekam ich auf die Stirn gesetzt und eine ausgewählte Schülerschaft empfing mich stolz. Die Rosenketten waren so schön, dass ich sie den ganzen Tag umbehielt und an jedem Ort wo ich war eine rosenblütenspur hinterließ.

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