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Zwei Monate frei in China, das war schon toll. Meine Solotraveltour habe ich – wie die meisten bestimmt schon wissen – frühzeitig beendet, weil es mir nicht so gut ging. Stattdessen habe ich die Zeit in Zhenjiang und Shanghai verbracht, wo ich mich mit einem Kumpel getroffen habe, den ich durch meine MUN-Aktivitäten kenne. Das war wirklich toll, weil ich das erste Mal seit langem das Gefühl hatte, dass ich ganz offen reden kann. Bei den Amerikanern (Mormonen) sage ich nicht immer was ich denke (diese Menschen verzichten auf Tee... haha) und bei den Chinesen auch nicht, weil ich ihre Gefühle nicht verletzten möchte, indem ich meine Meinung frei äußere. Mit Manu konnte ich aber offen wie immer sein, was wirklich sehr gut tat.

 

Von Beijing nach Shanghai

Kurz danach ging dann auch schon die dreiwöchige Reise mit meiner Cousine und einer Freundin los. Ich habe mich mit Jule in Beijing getroffen und Hanna ist zehn Tage später in Shanghai dazu gestoßen. Ich kann gar nicht ausführlich über alles berichten, da dieser Eintrag sonst unendlich lang wird. Daher hier die Kurzversion. In Beijing haben wir uns den Sommerpalast, den Himmelstempelpark, das Lamakloster, die Verbotene Stadt, Hutongs, den Tiananmen Platz, den Beihai und Jingshan Park und natürlich die chinesische Mauer angeschaut. Was diese Stadt kulturell zu bieten hat, kann wohl kaum übertroffen werden. Ich werde diese Sehenswürdigkeiten niemals vergessen, weil sie so beeindruckend waren.

 

 Das Wetter in Beijing war toll, es war zwar sehr kalt, aber dadurch konnten wir Chinesen auf Eis beobachten, was uns sehr gut gefallen hat. Der Smog in der Stadt hat uns gut zugesetzt, aber er hat uns nicht davon abgehalten, von morgens bis abends unterwegs zu sein. In Beijing haben wir in einem Mehrbettzimmer geschlafen und – was wir vorher nicht wissen – haben uns das Zimmer mit zwei männlichen Chinesen geteilt. Das war für eine Woche doch etwas anstrengend, da sie abends oft lange laut telefoniert haben oder ihre Serien nicht über Kopfhörer gehört haben, sondern laut. Am meisten gestört hat uns jedoch die Tatsache, dass der eine uns ständig beobachtet hat haha. Aber am Ende war das auch alles ok und im Nachhinein ganz lustig.

 

 

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Ereignisreicher Dezember

In den letzten Wochen ist sowohl in der Schule als auch außerhalb des Schulalltags viel passiert. Ende November hat das Goethe-Institut verkündet, dass wir an einem Kulturaustauschprojekt teilnehmen können, indem wir ein Weihnachtspaket basteln, dieses an eine Schule im Ausland verschicken und auch ein Paket aus dem Ausland erhalten. Natürlich war ich Feuer und Flamme und habe unsere Schule direkt angemeldet. In den vergangenen Wochen hatten wir sehr viel Spaß, aber auch eine Menge Arbeit, das Endergebnis kann sich jedoch sehen lassen. Wir haben gebastelt, Videos gedreht, Steckbriefe geschrieben, viele Geschenke und besonders viele Süßigkeiten gekauft. Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen aus Polen.

 

Neues aus der Schule

Am Donnerstag wurden Alex und ich zu einem „English Dubbing Contest“ des siebten Jahrganges eingeladen. Vereinzelte Schüler haben Szenen aus Filmen wie „Madagaskar“, „Alvin“ und „Harry Potter“ nachgesprochen und teilweise nachgespielt. Zwischen jedem Clip gab es eine Pause mit einer Musikeinlage der Klasse. Der Nachmittag war unglaublich schön und es hat total viel Spaß gemacht. Am Ende durfte ich sogar den zweiten Preis überreichen, was die Schüler und Schülerinnen sehr gefreut hat.

 

In der letzten Woche habe ich immer stärker gemerkt, dass ich fast lieber bei den Schülern und Schülerinnen bleiben möchte, statt heute meine Reise anzutreten. Aber Ende Februar sind wir wieder vereint und ich finde es ist ein sehr gutes Zeichen, dass ich mich so schwer von ihnen trennen kann. Das Unterrichten und das Leben an der Schule macht einfach so viel Spaß, dass ich nicht 100% glücklich in mein zweimonatiges Abenteuer starten kann.

 

 

Klettern in Huangshan und die Altstadtstraßen von Zhenjiang

An den Wochenenden in den letzten Wochen ist sehr viel passiert, besonders erwähnenswert ist der Ausflug nach Huangshan, den ich mit Jake und Alex gemacht habe. Wir sind Freitagnacht im Schlafabteil hingefahren und Sonntagnacht zurück. Die zwei Tage auf den Bergen waren unglaublich, nur das Klettern war unheimlich anstrengend und am Ende hatte ich ziemlich lange Muskelkater. Dennoch hat es sich mehr als gelohnt, wie ihr auf den Bildern sehen könnt.

 

Wir sind bis zum Sonnenuntergang aufgeblieben, haben kurz etwas gegessen und sind dann früh schlafen gegangen, um am nächsten Morgen um 5 Uhr aufzustehen und einen guten Platz für den Sonnenaufgang zu finden. Zusammenfassend kann man auf jeden Fall sagen, dass Huangshan der bisher schönste Ort ist, an dem ich je gewesen bin. Mal schauen, ob er während meiner Reise noch getoppt werden kann.

 

Am Wochenende danach bin ich mit Maggie in die Altstadt von Zhenjiang gefahren. Ich hatte vorher schon gehört, dass es eine Altstadt gibt, konnte es mir aber irgendwie nicht vorstellen. Am Ende hat sich herausgestellt, dass dieser Teil der Stadt wirklich wunderschön ist und wir hatten einen tollen Tag in den Gassen und im Zhenjiang Museum.

 

 

Ein weiteres Abenteuer wartet...

Heute startet nun, wie gesagt, meine Reise. Alex und ich fliegen nach Guilin und nehmen dann den Bus nach Yangshou, wo wir bis zum 28. bleiben. Anschließend fliegt Alex zurück nach Zhenjiang und dann nach Amerika und ich reise weiter in die Yunnan-Provinz, in der ich einen Monat lang Orte wie Kunming, Dali, Lijiang, die Tigersprungschlucht und Xishuangbanna besuchen werde.

Tatsächlich habe ich doch sehr großen Respekt vor der Reise, weil ich jeden Tag merke, wie ich sprachlich eingeschränkt bin, da ich kein Chinesisch und die Chinesen meist kein Englisch sprechen können. Auf dem zweiten Teil meiner Reise bin ich dann wenigstens nicht alleine und wir können uns gemeinsam dem Sprachproblem stellen.
 
Nun wünsche ich euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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Meine ersten drei Wochen in China

Nun bin ich schon über drei Wochen in China und ich tauche mehr und mehr in das chinesische Leben ein. In der Schule habe ich seit der zweiten Woche den kompletten Deutschunterricht übernommen und bin jede Stunde erstaunt, mit wie viel Freude die Kinder unsere Sprache lernen. Selbst auf dem Flur winken mir alle zu, rufen „Guten Tag“ oder „Hallo“ und wenn ich mich langsam entferne kommt noch ein lautes „Tschüss“ hinterher. Besonders witzig ist es dann, wenn Alex (der amerikanische Praktikant) auch dabei ist, weil dann entschieden werden muss, wen man zuerst begrüßt.

 

Der chinesische Schulalltag

Der Schulalltag ist, wie im letzten Eintrag schon angedeutet, komplett anders als in Deutschland. Jeden Morgen um 6:30 Uhr werden Schüler und Lehrer, die auf dem Schulgelände wohnen, von einem Song à la Blink182 geweckt, direkt im Anschluss gibt es eine laute Ansage auf Chinesisch und um 6:50 Uhr erklingt dann Big Ben.

 

Bisher habe ich es erst einmal geschafft, nach dem ganzen Lärm wieder einzuschlafen. Jeden Montag versammelt sich die gesamte Schule, um die Nationalhymne zu singen und die chinesische Flagge zu hissen. Bei diesen Treffen werden zusätzlich besonders gute Schüler geehrt und es wird auf aktuelle Geschehnisse in der Schule hingewiesen. Um den langen Schultag zu überstehen müssen sich die Kinder zusätzlich zum Mittagsschlaf und dem Joggen 4x am Tag das Gesicht massieren. Die Pausen werden um fünf Minuten verlängert und die Massageinstruktionen ertönen in jedem Zimmer der Schule.

 

Auch die Kontrolle der Lehrkräfte ist sehr unterschiedlich zu Kontrollen auf deutscher Seite, die meist nur während des Referendariats und der bevorstehenden Verbeamtung erfolgt. An meiner Schule bekommen alle Lehrer, die 40 Jahre oder jünger sind, achtmal im Monat Unterrichtsbesuch von anderen Lehrkräften. Lehrer, die über 40 sind, werden zwar seltener, aber trotzdem bis an ihr Karriereende regelmäßig besucht. Ich muss zugeben, dass ich diese Regelung sehr gut finde, da sie das lebenslange Lernen unterstützt und es den Lehrern unmöglich macht, immer wieder die gleichen Unterrichtsplanungen zu benutzen.

 

Die Umwelt als ein Projekt der Nachhaltigkeit

In einer meiner zehn Klassen sprechen wir über das Thema „Umwelt“. Unterstützt durch das Goethe-Institut und die Volkswagengruppe China wurde ein Programm ins Leben gerufen, welches die Kinder zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt animieren soll. In meiner ersten Woche habe ich die Mülltrennung in Deutschland erklärt, dann haben wir über den Wald gesprochen und werden bald zu Themen wie Klimawandel und Umweltschutz gelangen.

 

Im Rahmen dieses Projekts haben wir vor einigen Tagen einen Ausflug in den Wald gemacht, der mir große Freude bereitet hat. Die Kinder freuen sich immer, wenn ich dabei bin, stellen mir ganz unterschiedliche Fragen und möchten stets meine Unterstützung haben. Im Gegenzug werde ich mit vielen leckeren chinesischen Snacks beschenkt, die ich immer gerne annehme. Ich habe einen Bericht für das Goethe-Institut über diesen kleinen Ausflug verfasst, wer sich den Bericht und ein paar Bilder anschauen möchte, gehe auf diese Seite:

http://www.goethe.de/ins/cn/de/m/spr/eng/pas/akt/yeaaep/ayp/20875512.html

 

Neue Freunde, neue Erlebnisse

Auch außerschulisch ist einiges passiert seit meinem letzten/ersten Eintrag. Nach einigen Tagen an der Schule habe ich endlich Alex kennengelernt, der mit einer amerikanisch-chinesischen Organisation hier ist, die mehrmals jährlich amerikanische Studenten in diese Region entsendet, um Englisch zu lehren. Direkt am ersten Wochenende hat er mich vielen anderen Studenten aus dem Programm vorgestellt und seitdem bin ich quasi täglich mit den ganzen Amerikanern unterwegs. Alle sind super lieb und haben mich direkt herzlich aufgenommen als sie gehört haben, dass ich alleine hier bin.

 

Letztes Wochenende war ich mit allen zusammen in Nanjing und wir haben dort Thanksgiving gefeiert. Die Feier war toll, das Essen war köstlich und die Erkundung der Stadt war einfach herrlich. Nanjing war einige Zeit Hauptstadt Chinas und obwohl ich nicht viel gesehen habe, kann ich mir die Stadt gut als wichtiges Zentrum vorstellen. Ich muss in den nächsten Wochen unbedingt noch einmal nach Nanjing und alles genauer erkunden.

 

 

Verkehr in China – ein Abenteuer

Abends gehen Alex und ich meist mit ein paar anderen Amerikanern essen und fahren anschließend mit Alex‘ E-Bike (Elektroroller, nicht Elektrofahrrad) heim. Der Verkehr in China ist unberechenbar. Die einzigen, die sich an rote Ampeln halten, sind Autos. E-Bikes, Radfahrer und Fußgänger ignorieren die Ampeln, wobei selbst die größten Kreuzungen meist keine Fußgängerampeln haben. Man muss sich quasi in den Verkehr stürzen, wenn man überhaupt jemals irgendwo ankommen will. Auch linke und rechte Spuren sind hier überflüssig, jeder fährt da, wo es ihm am besten passt und die meisten Fahrzeuge haben abends kein Licht an.

 

Es ist also relativ abenteuerlich im chinesischen Verkehr und als ich das erste Mal mit Alex gefahren bin, hatte ich doch noch ein wenig Schiss. Das hat sich aber gelegt, vor allem auch deswegen, weil wir viele Schleichwege fahren, die eigentlich für Fußgänger gedacht sind. Wer in China vorankommen möchte, muss sich in den Verkehr stürzen und gut aufpassen, nicht überfahren zu werden.

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Meine ersten Tage in China

Heute ist mein dritter Tag in China und bisher fühle ich mich sehr wohl hier. Angefangen hat mein China-Abenteuer in Shanghai, wo ich mich mit meiner Betreuerin Ruyu getroffen habe. Sie hat mir schon vor einigen Wochen empfohlen WeChat zu installieren und weil ich mir am Flughafen eine SIM-Karte gekauft habe, konnten wir uns relativ leicht finden, obwohl ich über 60km durch die Stadt fahren musste. Wir sind für einige Stunden in Shanghai geblieben, haben uns den Bund angeschaut und ich habe erste Erfahrungen mit authentischem chinesischen Essen gemacht. Schon jetzt kann ich sagen, dass das Essen in einem chinesischen Restaurant in Deutschland nichts mit dem gemein hat, was es hier gibt.

 

Willkommen in der „Universitätsstraße“!

Abends sind wir mit dem Zug nach Zhenjiang gefahren, der Stadt, in der meine Schule liegt. Ruyu hat mir erklärt, dass die Schule in einem Vorort liegt und ich am besten mit dem Taxi von A nach B komme. Da hier quasi niemand Englisch spricht, war ich sehr froh, dass Ruyu mich zur Schule gebracht hat. Dort angekommen hat sie mir mein Zimmer gezeigt und mir Maggie, die Physiklehrerin, vorgestellt, die auch im Wohnheim wohnt.

 

Mit beiden war ich am Tag danach und nach 15 Stunden Schlaf in der „Universitätsstraße“ essen. Das ist wohl eine typische Straße die neben Universitäten errichtet wird, in der es etliche Stände, Shops und viele Restaurants gibt. Wir haben uns im Restaurant für eine Fischsuppe entschieden und diese mit unterschiedlichen weiteren Zutaten (Süßkartoffel, Algen, ???) versehen. Welchen Fisch wir verzehren wollten, konnten wir uns vorher aussuchen.

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