Unterrichten – Reisen – Unterrichten

Was ich zur Zeit so in Polen treibe...

 

Meine Zeit in Polen vergeht unglaublich schnell. Es sind nur noch 2,5 Wochen bis zu meiner Heimreise. Ich bekomme viel Besuch aus dem Nachbarland – es kann von Vor- und Nachteil sein, wenn man so nah an zu Hause dran ist. Mir gefällt es sehr gut, ich kann meinen Liebsten die Orte zeigen, die ich hier entdecke und das Heimweh wird nicht so groß.

Die ganze Zeit bin ich auch in der Schule gut eingespannt und unterrichte viel. Es ist toll, dass ich so viel Unterricht selbst gestalten kann und meine Unterrichtskonzepte auch in Parallelklassen oder auf verschiedenen Sprachniveaus ausprobieren kann. Sowohl den Lehrenden als auch den Schülerinnen und Schülern schien es auch wichtig zu sein, dass ich in allen Deutschklassen bin, sodass alle DeutschschülerInnen von „ihrer“ deutschen Praktikantin profitieren können. Das Sprachcafé habe ich nun auch wirklich mit allen (ca. 250?) Deutschlernenden durchgeführt. Nebenbei war ich auf einem Schulausflug, beim Tag der offenen Tür habe ich für das Fach deutsch geworben, und der Englischlehrerin Kasia und ihren künstlerisch begabten Schülerinnen habe ich bei der Umgestaltung des Englischraums geholfen. Es gibt immer etwas, wo ich helfen und mich einbringen kann.

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Noc Muzeum 2017 w Katowicach

Ein Abend auf der Kunstmeile

 

Auf die Nacht der Museen wurde ich von der Kunstlehrerin Irena aufmerksam gemacht, die ich auf einem Klassenausflug in das schlesische Museum begleitete. Die Nacht der Museen findet dieses Jahr am 20 Mai in ganz Polen statt. Selbst das kleine Museum in unserer Schule, das Gegenstände und Dokumente aus der Geschichte von Ruda Slaska gesammelt hat, nimmt daran teil. Von 18-01 Uhr sind alle Museen offen und kostenlos zu besuchen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen! Die Nacht der Museen beginnt. Ich habe mich entschieden, sie in Katowice zu verbringen. Hier gibt es auf einer Strecke von knapp einem Kilometer vier Museen und eine Konzerthalle, die sich ebenfalls an diesem Abend für Besucher öffnet.

 

Mein Thema des Abends: Schwarz-Weiß Fotografie

 

Ich mache mich also auf den Weg zur ursprünglichen Stätte des Schlesischen Museum. Hier im „Grand Hotel“ ist die 3D Fotoplastikon ausgestellt: ein Gerät, mit dem man schon Anfang des 20. Jahrhunderts Fotos in 3D erscheinen lassen konnte. Das Museum ist gut besucht mit vielen jungen Leuten und Familien mit kleinen Kindern. Unten gibt es eine ethnographische Ausstellung, im 1. Stock kann man sich die Arbeit der Restaurateure anschauen und die Mitarbeiter stehen zur Verfügung, um Fragen zu den Kunstwerken zu beantworten. Im obersten Stockwerk gibt es eine Ausstellung des Fotografen Piotr Szymon. Er hat tolle schwarz-weiß Aufnahmen gemacht von der Umgebung von Katowice, von den Menschen und ihrem Treiben auch im religiösen Kontext. Sehr beeindruckend.

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Deutsch lehren und lernen an der ZSO3

Beobachtung im Fremdsprachenunterricht

 

Im ersten Monat meines Besuchs an der Zespół Szkół Ogólnokształcących nr 3 im. Jana Pawła II w Rudzie Śląskiej (einfacher: ZSO3) hat der Unterricht nur unregelmäßig stattgefunden und war unterbrochen von den Osterferien, kirchlichen Feierlichkeiten, den Gymnasialprüfungen (mittlerer Schulabschluss) und dem Abgang der Abiturienten (Hochschulreife). Trotzdem war ich, wenn es Unterricht gab, eingebunden in die Gestaltung des Deutschunterrichts oder habe hospitiert. Deutsch ist hier für alle Lernende die zweite Fremdsprache und ihre Leistungen sind selbst in einer Jahrgangsstufe sehr heterogen. Vor allem das Sprechen fällt vielen sehr schwer, das mag mit Scham aber auch mit dem Fehlen von echten Sprechanlässe zu tun haben. Der Fremdsprachenunterricht konzentriert sich nach meinen Beobachtungen eher auf Grammatik und Hörverstehen als auf die mündliche Sprachproduktion. Um die Schülerinnen und Schüler also mehr zum Sprechen zu bewegen, habe ich deshalb versucht, meine Unterrichtseinheiten kommunikativ, handlungsorientiert und spielerisch aufzubauen.

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Auf Erkundungstour in Katowice

Eine Stadt mit vielen Gesichtern 

 

Katowice ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Schlesien, hat ca. 300.000 Einwohner und ist die Nachbarstadt von meinem Schul- und Wohnort Ruda Śląska. Geprägt von einer industriellen Vergangenheit strebt die Stadt offensichtlich in die Richtung, sich als kulturelles und ökonomischen Zentrum Schlesiens weiterzuentwickeln. Dies zeigt sich mir in der Vielfalt an kulturellen und kulinarischen Angeboten (zB Eis!) einerseits und an der Vielzahl an großen Shoppingcentern, neuen großen Firmenkomplexen und Banken andererseits. Kein Wunder, dass mich diese Stadt wie magisch anzieht. Am Wochenende machte ich mich also auf, die Stadt für mich zu entdecken.

 

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Ruda Śląska – Ein Ort zum Lernen

Kommunikation ist ALLES

 

Die erste Woche an meiner Schule der ZSO3 in Ruda Śląska stand ganz im Zeichen von authentischen Kommunikationssituationen. Ich wollte etwas über die Lernenden, die Unterrichtsrhythmen, das Schulgebäude, die Schulregeln usw. erfahren, die Schülerinnen und Schüler (S.u.S.) hingegen waren neugierig, wer sie da für drei Monate besuchen kommt, woher ich komme und was sie von mir in der Zeit zu erwarten haben. Gute Voraussetzungen also, um ins Gespräch zu kommen.

 

 

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